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Sieg noch aus den Händen gegeben

Segessenmann Michael 17.10.2016

Nach der deutlichen Niederlage zum Saisonauftakt nahm sich der EHC Uri für das Auswärtsspiel in Luzern viel vor. Nach einem guten Training wollte man den Schwung gleich mitnehmen und von Anfang an zeigen, was man gelernt hat.

Die Urner begannen das Spiel entsprechend druckvoll und kamen bereits in der zweiten Spielminute zur frühen Führung, als Thomas Arnold die Urner in Front schoss. Auch in der Folge hatte man das Geschehen grösstenteils im Griff und kontrollierte das Spiel weitestgehend. In der achten Spielminute konnte Michael Segessenmann einen gegnerischen Pass abfangen und erfolgreich zum 2:0 einschiessen. Danach liess man die Zügel vermehrt schleifen, was dem Coaching-Duo gar nicht gefiel. Die erste Drittelspause schien gerade recht zu kommen um die Mannschaft wieder richtig einzustellen.

Doch leider harzte der Start ins Mitteldrittel und die Luzernen konnten eine ihrer mittlerweile doch auch zahlreicheren Chancen zum 2:1 ausnützen. Dieser Treffer schien die Urner nun doch im Stolz getroffen zu haben. Fortan sah man mehr Engagement und deutlich mehr Entschlossenheit in den Aktionen. Erneut Thomas Arnold konnte kurz nach Spielhälfte die wunderbare Vorarbeit von Marco Zemp zum 3:1 verwerten. Keine zwei Minuten später erkämpfte sich Michi Herger die Scheibe hinter dem gegnerischen Tor und spielte diese direkt auf Marco Zemp, welcher alleine vor dem Tor stehend keine Mühe hatte, den Puck zum 4:1 in die Maschen zu schiessen. Mit einem beruhigenden und scheinbar vorentscheidenden Vorsprung ging man nun also in die zweite Pause.

Im dritten Spielabschnitt versuchte man das Spiel weiterhin zu kontrollieren, jedoch agierte man zunehmend passiver, was sich in einer ersten Strafe gegen die Urner rächte. Die Luzerner liessen sich nicht zweimal bitten und konnten ihr Powerplay zum 4:2 ausnützen. Der Gegner schien nun nochmals Hoffnung zu schöpfen und glaubte an die Wende. Demgegenüber schienen die Urner mit ihren Kräften physisch wie auch mental an Ende zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass man nun die Luzerner spielen liess. Torhüter Roger Furger hielt den Spielstand mit einigen tollen Paraden jedoch noch bestehen. Gut drei Minuten vor Schluss war jedoch auch er machtlos und Luzern kam tatsächlich noch zum 4:3 heran. Die Devise war nun klar: Dei drei Minuten schadlos überstehen, egal wie! Doch es kam anders. Ein Wechsel zur ungünstigsten Zeit ermöglichte dem HC Luzern 8 Sekunden vor Schluss noch einen Konter, welcher eiskalt zum Ausgleich verwertet wurde.

Danach kam es für den EHC Uri zur Premiere, als man zum ersten Mal überhaupt eine Verlängerung mit 3 gegen 3 Feldspielern absolvierte. Diese Regel wurde von der Profiliga nun auch in der Regioleague eingeführt. Trotzt optischer Überlegenheit der Urner waren es die Luzerner, welche am Ende jubelten und so eine kaum geglaubte Wende mit dem Sieg krönten.

Fazit: Mit nur zwei Linien wird es auch in der 4.Liga schwer bestehen zu können. Auch gegen vermeintlich schwächere Gegner braucht es alle Spieler an Bord. Ein Nachlassen kann man sich nicht erlauben, dies hat man gegen Luzern deutlich gesehen. Man war zwar im Grossen und Ganzen die bessere Mannschaft, jedoch führte ein schwaches letztes Drittel zur unnötigen Niederlage. Will man beim nächsten Spiel vom kommenden Samstag gegen Küssnacht nicht unter die Räder kommen, braucht es eine konzentrierte Leistung über 60 Spielminuten, und zwar von allen Beteiligten.